Samstag, 18. Februar 2012
25. Bangkok
Drei Tage in Bangkok sind hektischer als fast drei Wochen in Phu Quoc. Ich komme erst jetzt zum Schreiben und fasse mal zusammen.

Unser Hotel liegt zentral und die Zimmer sehen prima aus. Leider sind sie nicht schallisoliert und hört man alles, was auf dem Gang gesprochen wird und auf den Zimmern halt so abläuft. Der Swimmingpool auf der neunten Etage wird von mir in drei Tagen vier mal begeistert genutzt. Es ist cool, morgens um sieben im Pool die aufgehende Sonne zu erleben und auf die erwachende Stadt zu blicken.

Pool auf dem Dach

Das Frühstücksbüffet ist zwar reichhaltig, aber qualitativ mäßig. Nach dem guten und starken Kaffee in Vietnam ist er in Bangkok eher katastrophal. Also weichen wir morgens auf Starbucks aus, nach dem Vietnamkaffee immerhin die zweitbeste Lösung.

Zuerst haken wir die wichtigsten Sehenswürdigkeiten ab:
Schneider, Optiker, Elektroshops und das MBK, eines der größten Kaufhäuser der Welt.

MBK

In Bangkok gibt es an jeder Ecke Schneider für Maßkonfektion und alle scheinen in indischer Hand zu sein. Beim Schneider, den mein Bruder bereits kennt, lassen wir Maß nehmen und suchen schöne Anzugstoffe aus. Der Verkaufsberater ist so gut, dass ich doppelt so viel kaufe wie geplant und es wäre noch mehr geworden, gäbe es nicht eine Zollobergrenze. Anzüge zu kaufen hat Spaß gemacht und könnte ein neues Hobby werden. Ist leider als Hobby zu teuer.

Während wir beim Optiker neue Brillen aussuchen, essen Philip und ich ein Eis, das nachhaltige Wirkung zeigt. Ich gehe abends nicht mit in das teure Restaurant essen. Ich verzichte überhaupt anderthalb Tage auf Essen. Habe ja genug Reserven.

In den Elektroshops findet man alles mögliche: Mobiltelefone, Computer, Zubehör und Software. Ich kaufe einen USB-Stick, der sich später blöderweise als schreibgeschützt entpuppt. Satz mit X: „Das war wohl nix“. Im MBK kann man einen ganzen Tag zu verbringen und abends dort ins Kino zu gehen. Auf den Straßen findet man viele Händler, die Flipflops, T-Shirts, Krawatten, Viagra-ähnliches, schwarzkopierte CDs, DVDs und Spiele verkaufen.

Straßenverkaufsstände

Jeder Preis ist verhandelbar und blöd ist, wer es nicht macht. Denkt da jetzt jemand drüber nach, was ich gekauft haben könnte?

Tuk Tuk

Da war doch noch was ... Kultur, Architektur, Stadtbild, Reiseführerinhalte. Erst am letzten Tag fahre ich mit einem Tuk Tuk durch die Stadt und sehe unter anderem ein paar Tempel (Wat) und den Königspalast.

Königspalast

Am Abend gehen wir gemeinsam zur Fußmassage. Ich bedauere, dass ich das nicht früher gemacht habe. Ich bedauere. Ich bedauere. Ich bedauere. Nach drei Tagen Powershopping und nur einer Fußmassage geht es wieder nach Hause.

In Berlin abgeflogen: 3 Personen, 2 Koffer, 1 Handgepäck.
In Berlin angekommen: 3 Personen, 3 Koffer, 3 Handgepäck.

... link (0 Kommentare)   ... comment


Donnerstag, 16. Februar 2012
24. Phu Quoc → Saigon → Bangkok
Zum Flughafen. 1 Stunde Flug. 4 ½ Stunden Aufenthalt in Saigon. 1 ½ Stunden Flug. Ankunft in Bangkok. Fast 1 Stunde Passkontrolle. Für 2 ½ Flugzeit sind wir rund 11 Stunden unterwegs.

Taxi zum Hotel. Statt auf das erste Taxi-Angebot für pauschal 1.000 Baht einzugehen, lassen wir bei einem anderen Taxi das Taximeter laufen: 270 Baht. Flatrates sind nichts für Unwissende.

... link (1 Kommentar)   ... comment


Samstag, 11. Februar 2012
23. Beach Club, Mitbewohner III
Der letzte Tag am Strand. Da kann man doch etwas Nettes über die Belegschaft des Beach Club schreiben. Mike, den Eigentümer, haben wir nicht einziges Mal hier gesehen. Die Vietnames(inn)en vom Zimmerservice, aus der Küche und vom allgemeinen Service/Bar sind ausnahmslos hilfsbereit und freundlich. Das ist keine so aufgesetzte trinkgeldmotivierte Freundlicheit wie in den USA, sondern sie haben Spaß und gackern auch mal rum, obwohl einige in den 18 Tagen die wir hier waren gerade zwei Tage frei hatten – und sie arbeiten nahezu durchgehend von 07-22 Uhr, zum Teil bis 23 Uhr. Sie lächeln wissend aber nicht spöttisch, wenn man versucht drei Worte vietnamesisch auszusprechen, mit ausladenden Gesten etwas erklärt und wegen anstrengender Mitgäste die Augenbraue hochschiebt. Irgendwie erscheinen sie trotz aller möglichen Sorgen grundpositiv. Nicht dass ich es in Betracht zöge, aber ich begreife ein bisschen, weshalb manch einer mit einer Asiatin im Arm nach Hause fliegt.

Die Englischkenntnisse im relevanten Administrations- und Barservice schwanken zwischen besser-einfach-nur-Lächeln bis OK. Es hat zwei Tage gebraucht bis wir „dschoijumia“ als „enjoy your meal“ herausgehört haben. Kollege K. fragt morgens gerne: „How are you today?“ Wir antworten: „Fine, thank you, K. How did you sleep? Is everything fine? When will the barbecue start today?“ K lächelt „däng ju“ sagend und dreht sich etwas hilflos um. Ansonsten ist er ein netter Kerl und prima Breakdancer (auch im Wasser), wie wir ein paar mal bestaunen durften. War wohl das entscheidende Einstellungskriterium.

Das ist alles nicht wichtig, denn ich bin froh, dass man überhaupt Englisch spricht. Mein Vietnamesisch = 0.

Die drei Mädels von der Massagefraktion arbeiten freiberuflich am Strand und haben sich bereits in den ersten zwei Stunden persönlich vorgestellt. Seitdem kommen sie immer morgens und nachmittags vorbei, um das Durchknetbedürfnis der Touristen anzuregen. Etwas lästig. Um die „Asiatin im Arm“ von oben aufzugreifen: Das geht ganz einfach, denn das Massagemädel weiß Bescheid.
1. Frage: „Where from?“
2. Frage: „You married?“
3. Frage: „Want marry vietnamese girl?“
Verstehe ….

Hätten sie beim ersten mal nicht so luschig massiert, sondern so kräftig wie heute, hätte ich mir nicht zwei sondern mindestens zehn Massagen geleistet. Bei vier Euro für 40 Minuten Massage kann selbst ich mir den Luxus leisten. Man könnte es bei den Mitbewerberinnen nebenan noch günstiger haben. Dazu müsste ich aber von der Liege aufstehen und 500 Meter weit laufen.

... link (1 Kommentar)   ... comment


22. La Veranda
Das verschobene Geburtstagsessen von Dörte wird heute im „La Veranda“ nachgeholt. Hier sind unsere Flipflops und mein Tintin-T-Shirt nicht so passend. Wir sind „slightly underdressed“.

La Veranda

Das „La Veranda“, umgeben von kleinen Resorts, ärmlichen Wellblechhütten und Baustellen, ist eine Oase und wirkt wie ein Nobelhotel zur Kolonialzeit. Es ist picobello sauber, das Personal geschult und englisch sprechend und die Preise auf gutem westlichen Niveau und nur in Dollar ausgewiesen. Das Menü ist ziemlich lecker, anders als die Preise vielleicht etwas wenig gesalzen, aber zumindest beim Essen kann man ja nachhelfen.

... link (2 Kommentare)   ... comment


21. Chez Carole & German Bakery
Man sollte sich nicht immer auf die Reiseführer verlassen. Wir haben ein gut klingendes Restaurant ausgesucht und fahren mit dem Taxi hin. Kurz vor 18 Uhr sind wir da und fast die einzigen in diesem schick aussehenden Esstempel. Die Preise sind auch schick. Zur Begrüßung macht man für uns gleich 80er-Jahre- Musik an, in einer Lautstärke, als wolle man eine Disco beschallen – wahrscheinlich gut gemeint.

Leider vermisst Philip seinen bestellten zweiten Hauptgang und fragt nach 20 Minuten Wartezeit, wann die gegrillten Tintenfische denn kommen. Die Bedienung geht stumm nach hinten. Nach 10 weiteren Minuten wird ein Grill nach vorne geschleppt, ohne dass wir wissen was passiert und ob sie jetzt anfangen wollen für uns zu grillen. Nochmal 20 Minuten wollen wir nicht warten und bitten um die Rechnung. Höflich werden wir gefragt, ob wir den Tintenfisch jetzt abbestellen wollen?

In der „German Bakery“ nebenan trinken wir Cocktails und Philip bestellt ein Toast Hawaii. Nach 15 Minuten kommt die Bedienung und sagt, es gäbe kein Toastbroat mehr, aber sie hätten Baguette.

Heute hatten wir ausnahmsweise kein Trinkgeld zu vergeben.

... link (0 Kommentare)   ... comment


20. Beach Club, Mitbewohner II
Aus Langeweile ...
werfe ich jetzt mal einen kleinen Blick auf unsere Mitgäste im kleinen Resort. Keiner ist so lange hier wie wir, die Gäste kommen und gehen und hinterlassen nicht nur im Sand Eindrücke. Wir haben – auch wenn es gleich nicht so klingt – überwiegend Spaß.

Aus den USA I:
Die in China lebende amerikanische Familie ist so blass, dass man wirklich Angst um sie haben muss. Der kleine Sohn läuft nur in Ganzkörpertaucheranzug rum. Der Mann sieht zwanzig Jahre Jünger aus als seine Frau. Oder ist es doch seine Mutter?

Aus Baden-Württemberg:
Unsere „Schwäbin“, Enddreissigerin, hat fünf Wochen lang ganz Vietnam mit dem Rucksack bereist und wir fragen uns: warum? Nichts gefiel ihr. Zu teuer, zu dreckig, zu unpersönlich. Selbst unser Resort zum Reiseabschluss erscheint ihr nicht wirklich gut genug. So kann man sich den Urlaub selbst vergällen. Am Ende fliegt sie mit zusätzlichen 9 kg Mangos und 3 kg Kaffee zurück. Zumindest das muss ihr dann doch gefallen haben.

Aus Frankreich I:
Prinzessin und ihr Hofstaat. Frech belegen sie vier Liegen, obwohl sie gar nicht im Resort wohnen. Die junge Anfang 20 wirkende eigentlich gut aussehende Französin ist durch ihre selbst mit Sonnenbrille nicht zu verdeckende Schlechtlaunigkeit dermaßen unattraktiv, dass man wegschauen muss. Ihr Freund kommt zwei Stunden später zum Strand und dessen zwei Kumpels noch eine Stunde später. Liegt das an der Miss-Mutigkeit oder beruht die darauf, dass sich ihr Freund mit den Kumpels besser amüsiert?

Aus den USA II:
Zwei blasse Amerikanerinnen Mitte 20: klein und blond + mittel und rothaarig. Die kleine Blonde fällt auf, weil sie unangenehm redet, gerne Sonderwünsche hat und aus ihrem Essen die Hälfte heraussortiert.

Aus England:
Vor der Insel kommen zwei Endvierziger-Pärchen, die viel unternehmen, Freude haben, ruhig sind, niemandem ein Gespräch aufdrängen, aber immer höflich antworten und freundlich grüßen. Die sind echt nett.

Aus Frankreich II:
Ganz und gar nicht nett ist die blondierte Dame – wir nennen sie Claudia – mit Sonnenbrille im Alter zwischen 60 und 80, die wie 90 aussieht, einen Bikini für 30-jährige trägt, sich permanent beschwert und dann nur mit Mike sprechen will. Das Personal bleibt geduldig. Ihr Begleiter (Mann? Sohn? Lover?) hat einen Modus gefunden, damit umzugehen. Er ignoriert sie so gut er kann.

Aus Norwegen:
Das kurzgeschorene Kraftpaket und seine schwangere Frau. Mittdreissiger. Hilfsbereit, freundlich, ruhig. Sie sind auch miteinander ruhig und starren gerne schweigend auf ihre jeweiligen Smartphones. Unsere erste Hoffnung, dass sie gemeinsam ein elektronisches Spiel spielen, erweist sich als falsch. Das Baby kommt bald und offensichtlich ist bereits alles gesagt.

Aus Bayern:
Das grau- und kurzhaarige Pärchen um die 60 hat sich auch schon das Meiste erzählt. ER nutzt die Zeit, um die neuesten Nachrichten auf dem Smartphone abzurufen und schaut mit IHR laut ZDF-Nachrichten im Restaurant. "Das stört sie doch nicht beim Essen?". SIE ist aber noch lange nicht fertig mit ihrem Mitteilungsbedürfnis und versucht dem Rest des Resorts Konversation, nein, eher Monologe aufzuzwängen. Ich schaffe es meist mich wegzuducken, aber Dörte ist zu gutmütig.

Eine halbe Stunde Bayern-Monolog später kommt Dörte endlich zu ihrer Strandliege. Oooops, die hat SIE aber gerade belegt. Am nächsten Tag auch, so dass wir ernsthaft über eine „deutsche Handtuchreservierung“ nachdenken. Da bietet SIE uns IHRE Liege gerne an, weil wir ja bald abreisen. Aber nein, muss doch nicht sein. Aber ja. Aber nein. Aber ja. Aber ach. Aber gerne. Aber nicht nötig. Aber doch. Oder wenigstens die Hängematte? Na gut. Aber da liegt ER gerade drin.

... link (1 Kommentar)   ... comment


19. Beach Club
Morgens sehen wir ein Fischerboot vor unseren Hütten und die Fischer holen die Netze ein. Die Küchenchefin begutachtet den Fang und kauft gleich ein paar frische Exemplare.

Fischer

Abends fällt ein Gecko von der Decke auf den Tisch der englischen Gäste und verschwindet. Eine Engländerin kriegt einen gewaltigen Schreck. Aber wo sind die Geckos, wenn man sie mal BRAUCHT?

... link (0 Kommentare)   ... comment


18. Beach Club, Mitbewohner I
Die Zimmer liegen zu ebener Erde und als degeneriertes Stadtkind freunde ich mich nun mal nicht mit jedem an, der mir in freier Wildbahn begegnet. Arne sagte mal zu mir: „Wenn Männer Jäger und Sammler sind, bist Du definitiv kein Jäger.“ Jetzt bin ich es. Zwangsläufig.

Ich habe zwei Insekten erlegt, nennen wir sie mal „Borkenkäfer“. Einer krabbelte in mein Bett und zwickte mich in die Kniekehle. Mag ich gar nicht. Wenn er Glück hat, wird vielleicht als Schuhsohle wieder geboren. Die Form hat er schon mal. Abends folgten zwei weitere Kollegen dem Lockruf meiner Flipflops. Seitdem habe ich keine „Borkenkäfer“ mehr gesichtet. Mein ausgesprochen mäßiger Schlaf ist jedenfalls nicht besser geworden. Wo sind die Geckos, wenn man sie mal braucht?

... link (1 Kommentar)   ... comment


17. Beach Club, Krankenstation
Ein Arzt, ursprünglich aus Berlin, verschreibt Antibiotika gegen den nervösen Verdauungstrakt. Darf man Yoghurt essen? Ja. Milch trinken? Ja. Warum praktiziert er nicht in Berlin, sondern in Vietnam? Weil man Milch wegen des darin enthaltenen Kalziums nicht mit Antibiotika einnehmen darf.

... link (0 Kommentare)   ... comment


Montag, 6. Februar 2012
16. Nicht in Berlin
Beim kurzen Blick auf das Wetter in Berlin frage ich mich, wie ich mit den 50°C Temperaturdifferenz zurecht käme, würde ich heute zurückkehren.

... link (1 Kommentar)   ... comment


15. Beach Club
Rumlungertag. Lesen. Früchteteller. Vietnamesischer Kaffee. Kniffeln. Gemüsesuppe (Gemüse: ich, Suppe: Dörte).

Das einzig Bemerkenswerte ist nur bemerkenswert für die, die mich besonders - sozusagen "meer" - kennen: Ich bade. Nicht in der Badewanne, sondern im Meer. Sogar zwei mal an einem Tag. Beweisfotos gibt es nicht. Ihr müsst mir schon glauben.

Sonnenuntergang

... link (2 Kommentare)   ... comment


14. Happy Birthday
Ich habe heute mal frei und lese. Nachdem ich zwei Wochen für „Limit“ von Frank Schätzing benötigte, schaffe ich „Replay“ von Ken Grimwood zwei Tagen. Dann folgt „Lost in Wunderland“ von Elias Redalotti, einem ehemaligen Kollegen, in anderthalb Tagen. Herr Schätzing's Science Fiction ist spannend, unterhaltsam und auch lehrreich, mitunter aber etwas geschwätzig in seinem Bemühen, sein angelesenes Wissen zu präsentieren. Ken Grimwood, bereits 2003 verstorben, ist das Buch, das man lesen sollte, wenn man auf sein Leben schaut und sich fragt, ach, hätte ich .... ach, würde ich ... was wäre wenn? Diese Fragen stellt sich auch Elias Rendalotti in seinem ersten Buch, das man mit „coming-of-age“ kategorisieren kann. Das Buch gibt es nur bei Amazon als Kindle-Ausgabe, aber für kleines Geld (3,99 €). Alle drei Bücher kann ich empfehlen.

Warum habe ich heute frei? Dörte hat Geburtstag und schippert mit Philip im Norden der Insel herum. Die Tour ist sein Geschenk. Die selbstgefangenen Fische kochen und verzehren sie gleich an Bord. Daneben besuchen sie Fischsoßenfabriken und Pfefferfelder. Ihr Tour Guide berichtet von hunderten (!) von Fabriken und Feldern auf der Insel. Von ihm ist auch zu erfahren, warum viele Frauen in Vietnam mit großem Mundschutz zu sehen sind. Das hat nichts mit Smog und Atemschutz zu tun. Die wollen einfach nicht der Sonne ausgesetzt sein, denn Blässe lautet hier das Schönheitsideal.

Geburtstagskuchen

Abends schneiden wir eine clever organisierte, bunte Geburtstagstorte an und essen ein ziemliches Stück, bis auf Dörte. Auch das große Abendessen muss leider verschoben werden. Ihr wisst schon, nervöser Verdauungstrakt …

... link (0 Kommentare)   ... comment


13. Beach Club
Eigentlich nur ein prima Rumlungertag am Strand.

Das einzig Bemerkenswerte ist die auftauchende Nervosität des Verdauungstraktes bei zwei Dritteln der Reisegesellschaft.

Ooops, fast vergessen: Philips Koffer ist wieder da. Nach über einer Woche war er es Leid, auf Nachricht von AirBerlin zu warten und rief einfach mal an - inklusive Warteschleife, inklusive Hin-und-Her-Verweisen hinsichtlich der Zuständigkeiten, inklusive hochrotem Kopf wegen mühsam unterdrückten Brüllens und inklusive rund 40 € Telefonkosten. Nach diesem beharrlichen Einsatz dauerte es nur zwei Tage bis er sich selber den Koffer am Flughafen abholen durfte. Inklusive 10 € Taxigebühren. Achtung AirBerlin, dat Ding is ma nich zuende ...

... link (0 Kommentare)   ... comment


Freitag, 3. Februar 2012
12. Ham Ninh
Heute fahren wir in die östliche Hafendorf Ham Ninh. Hier erlebt man die Armut und den Dreck sehr direkt. Außer einem viel zu teuren Restaurant, dass zudem allenfalls mäßig ist, gibt es hier auch fast nichts zu sehen. Das Wasser ist voller Abfälle und auch die Häuser sind aus Resten gebaut.

Ham Ninh (Straße)

Erstaunlich, wie etwas Abstand und eine andere Perspektive das Dorf in einem anderen Licht erstrahlen lassen können.

Ham Ninh (Sonnenuntergang)

... link (1 Kommentar)   ... comment


11. An Thoi
Mit dem Taxi fahren wir an die Südspitze der Insel von Phu Quoc und laufen durch die Hafenstadt An Thoi.

An Thoi

Zwischendurch essen wir eine Pho Bò (Nudelsuppe mit Rindfleisch), die in Vietnam gerne morgens gegessen wird. Eine Pho Bò reicht uns drei Personen als Zwischenmahlzeit. Die Suppe hält also ziemlich vor.

Wir fahren an der Baustelle zum neuen Flughafen im Landesinneren vorbei, wo auch neue Straßenabschnitte in Arbeit sind. Phu Quoc stellt sich auf Tourismus ein. Unser Taxifahrer, der uns schon ein paar mal gefahren hat und immer freundlicher wird, hat zwei Stunden gewartet, um uns wieder zurück zu fahren. Das ist wahrscheinlich sein Geschäft der Woche und als Philip am Ende der Fahrt zahlt, wird der in den Arm genommen, als wäre er adoptiert. Mit über 800.000 Dong Taxieinnahmen an einem Tag fühlt man sich natürlich wie ein Fastmillionär. Umgerechnet sind es etwas über 30 € für anderthalb Stunden Fahrt (+ 2 Stunden Wartezeit!). Da kommste in Berlin nich so weit mit.

Abends essen wir Chicken Hot Pot, eine Art Fondue ohne Fritierfett, aber mit Fond. Hier sagt ein Bild mehr als tausend Worte.

Hot Pot

... link (2 Kommentare)   ... comment


Mittwoch, 1. Februar 2012
10. Duong Dong
Wir besuchen noch einmal den Night Market, um zu Abend zu essen und bestellen Gemüse, Muscheln, Garnelen und Fisch. Nach diesem gesunden und nahrhaften Essen muss aber noch ein frittiertes Sesambrot als ernährungsdesaströser Ausgleich hinterher.

Habe ich schon erzählt, dass sich alle T-Shirts, die mit „Cotton“ ausgewiesen sind, eher nach Synthetik anfühlen? Bisher habe ich mir deshalb kein T-Shirt gekauft und lasse lieber meine alte Shirts waschen.

... link (2 Kommentare)   ... comment


9. Duong Dong
Morgens geht es auf den (Morgen-)Markt beim Hafen von Duong Dong, der Hauptstadt auf Phu Quoc. Was bei uns eine verkehrsberuhigte Fußgängerzone wäre, ist hier ein Durcheinander von Mopeds und Fußgängern. Man sieht jede Menge Obst, Gemüse, Fische und auch Meeresfrüchte, die teilweise noch lebend in Schalen und Töpfen schwimmen.

Markt

Wir probieren einige frittierte Kleinigkeiten und wollen auch nicht genau wissen, was es ist.

Stichwort „Verkehr“: Fast alle fahren Moped und für einige ist der Lebensmittelpunkt, wie ein Blick auf einen schlafenden Vietnamesen auf seinem Moped zeigt.

Schlafender auf Moped

Zum Teil fahren fünf Personen auf einem Moped und kleine Kinder stehen sicher und selbstbewusst vor bzw. hinter ihren Eltern. Hintendrauf wird oft so viel Gepäck gestapelt, wie man in kein Auto bekommen hätte. Man fährt extrem untertourig. Vietnamesen haben nervöse Finger: Das wahrscheinlich meist gekaufte Ersatzteil ist die Hupe. Es gilt im Zweifel das Gesetz des Stärkeren: Moped weicht vor Auto aus, Auto vor Lkw.

... link (0 Kommentare)   ... comment


Montag, 30. Januar 2012
8. Phu Quoc
Oh, mein Gott, heute nacht hat es heftig geregnet. Dafür ist der Tag umso klarer.
30°C, ein gutes Buch, Mango-Juice, Siesta, Abendessen. Welchen Tag haben wir eigentlich heute?

... link (4 Kommentare)   ... comment


7. Phu Quoc
Während mein Husten eine unerfreuliche Renaissance erlebt und sich eine dauerlaufende Nase dazu gesellt, fahren Philip und Dörte mit einem Boot zum Schnorcheln. Derweil liegt mein deutscher alt-68-er Nachbar mit seiner Freundin im Liegestuhl, referiert über die Ausbeutung der Vietnamesen und lässt sich noch einen Cocktail bringen.

... link (1 Kommentar)   ... comment


6. Phu Quoc
Ab ca. 18 Uhr wird es dunkel. Ab 20 Uhr wird man müde. Wir besuchen Nachtmarkt mit Restaurants, Flipflop-Ständen und Billigschmuck. Sonst nix. Was noch bemerkenswert ist, ist ein kleiner Australischer Eis- und Shake-LadenCafé mit Facebook-Zugang, was in Vietnam gesperrt zu sein scheint. Ich kam in Saigon und in Phu Quoc jedenfalls bisher nie auf die Facebook-Seite.

Das Resort besteht übrigens aus einzelnen oder zusammenhängenden Hütten mit Nasszelle und befindet sich direkt am Strand.

Phu Quoc Beach Club

Die Hütten umgeben das zentrale Restaurant, das nach Vergleichen mit der Umgebung ein großartiges Preis-/Leistungsverhältnis hat. Alles ist sehr einfach, aber sauber und gut.

Phu Quoc BeachClub 2

Das ist hier allerdings kein 5-Sterne-Tussen-Hotel. Man findet in dieser natürlichen Umgebung auch gelegentlich Tiere, die manche Städter irritieren. Irritierend sind auch die Toilettengewohnheiten in Vietnam. Neben dem WC befindet sich ein Wasserschlauch – eine Bidet-Dusche, denn Papier verstopft die vietnamesischen WC-Leitungen. Das WC-Papier wird in einem extra Treteimer entsorgt, ist zudem durch die Luftfeuchtigkeit so klamm, dass man es auch kaum verwenden kann.

Das Duschwasser läuft durch eine Wandöffnung nach draußen.Was an kaltem Wasser aus der Dusche kommt, würden wir in Deutschland als lauwarm bezeichnen. Die 220-V-Stecker aus Deutschland passen auch in die vietnamesischen Steckdosen. Moskitonetze sind Standard und auch nötig. Trotzdem sammeln wir vor allem abends Mückenstiche.

... link (0 Kommentare)   ... comment


5. Phu Quoc
30°C, eine leichte Brise, ein gutes Buch, kein Fernsehen, fruit shakes, mixed fruit plates.

Phu Quoc Breakfast

... link (1 Kommentar)   ... comment


4. Saigon → Phu Quoc
Auf die grüne Insel, die eher vor Kambodscha als vor Vietnam liegt, fliegt man von Saigon aus mit einer Propellermaschine etwa eine Stunde und landet auf einer kombinierten Start- und Landebahn. Mit dem Taxi dauert es dann ca. 15 Minuten bis zum Resort. Nach weiteren 15 Minuten vor Ort startet die Entschleunigung.

... link (0 Kommentare)   ... comment


3. Saigon
Wir müssen vormittags noch mal zum Ben Thanh Market. Philip braucht immer noch was zum Anziehen. Vielleicht hat der Market ja jetzt auf? Neee. Das Neujahrsfest dauert wohl die ganze Woche.

Mit dem Taxi geht es nach Chinatown, am dreckigen Fluss entlang und wir fotografieren Buddah-Statuen und Pagoden.

Saigon Pagode

Danach spazieren wir durch die Stadt und genehmigen uns einen Café neben der Notre Dame Kathedrale und fahren zum Historisches Museum. Das Abendessen nehmen wir bei einem Barbecue Garden zu uns. Gleich nebenan ist der Ben Thanh Market. Hat aber gerade nicht auf, Philip.

Der Barbecue Garden hat Bedienpersonal, das zu überfordert ist, um mehr als zwei Gerichte aufzunehmen. Da hilft nur noch einmal ein Cocktail in einer Bar, die wir über den Weg an der Oper und einem irrsinnigen Abendverkehr vorbei erreichen. Abends scheint die doppelte Menge an Menschen und Mopeds unterwegs zu sein.

Saigon Opera

... link (0 Kommentare)   ... comment


2. Saigon
Das Frühstück am nächsten Morgen ist ein guter Grund, das nächste Café aufzusuchen. Das ist zu. Weil „Happy New Year“. Also suchen wir nach dem nächstbesten Café. Dort lernen wir eine neue Art von „coffee-to-go“ kennen – Kaffee mit Kondensmilch in einem Plastikbecher mit Strohhalm und kleinem Plastiktütchen zum Tragen.

Saigon coffee-to-go

Den ziemlich starken und guten Kaffee kriegt man in Vietnam ansonsten mit einem Kaffeesieb über der Tasse serviert.

Zunächst braucht Philip wegen des Kofferverlustes etwas zum Anziehen, am besten auf dem bekannten Ben Thanh Market. Der ist zu. Weil „Happy New Year“. Irgendwo auf der Straße gibt es aber doch noch ein paar Hosen und Hemden. Grundregel: Als Gegenvorschlag zum angebotenen Preis die Hälfte anbieten. Das klappt mal gut, meist aber schlechter, denn die Händler sind da doch etwas geübter als wir. Glücklicherweise hatten wir am Flughafen etwas Geld getauscht, denn auch die Banken sind zu. Auch hier: „Happy New Year.“

Saigon Tower

Den Tag über streifen wir durch die Innenstadt und überqueren manch eine Straße unter Einsatz des Lebens. 90 Prozent des Verkehrs machen Mopeds aus, die wie ein endloser Schwarm wirken. Die Mopeds sind zum Teil mit fünf Personen besetzt, die Fahrer schauen nicht hin, wenn sie in den Verkehr einbiegen und Verkehrsschilder oder die seltenen Ampeln haben offensichtlich nur Vorschlagscharakter. Eine Straße zu überqueren, ist ein echtes Wagnis. Aber man gewöhnt sich daran, zumindest solange es Einbahnstraßen sind. Straßen mit beidseitigen Fahrtrichtungen sind was für Selbstmordkandidaten. Rom ist dagegen pillepalle, Arne.

Saigon Motorbikes

Nachmittags besuchen wir das Kriegsmuseum, das Flugzeuge, Panzer, Dokumentationen, Bilder und gefärbte Ansichten zum Vietnamkrieg zeigt, aber mich dennoch reichlich betreten nach Hause gehen lassen.

Saigon Kriegsmuseum

Das Abendessen gibt es in einem der bekanntesten Restaurants (Name vergessen) von Saigon … sehr groß, sehr voll, sehr lecker. Leider ist das Personal gehetzt und man fühlt sich durch die Warteschlange etwas genötigt sich zu beeilen. Danach folgt noch ein Absacker in einer der vielen Bars.

... link (0 Kommentare)   ... comment


Freitag, 27. Januar 2012
1. Berlin → Bangkok → Saigon
In Berlin eingecheckt:
3 Personen, 2 Koffer, 1 Handgepäck.
In Bangkok angekommen:
3 Personen, 1 Koffer, 1 Handgepäck.

Um es vorwegzunehmen: Eine Woche später ist Philips Koffer immer noch nicht eingetroffen. Inzwischen wissen wir immerhin, dass jemand den Koffer verwechselte, mitnahm, sich wunderte, dass das Schloss nicht aufging und es dann aufgebrochen hat, um dann festzustellen, dass es gar nicht sein Koffer war. Nicht, dass Philips Name und Adresse drauf stand …

So kriegen wir immerhin fünf Stunden Wartezeit auf dem Flughafen von Bangkok mit „Lost & Found“ rum, bevor es nach Ho Chi Minh City (Saigon) weitergeht.

Der Flug nach Bangkok mit AirBerlin ist übrigens besser als erwartet und ich schaue drei Filme, weil ich nicht schlafen kann: ein inhaltsleerer „Fluch der Karibik 4“, ein stargespicker und klischeebeladener „Valentinstag“ und eine weitere RomCom (romantic comedy), die ich schon wieder total vergessen habe.

Nach zehn Stunden Flug steigt man übermüdet aus dem Flugzeug und trifft erst mal auf eine Wand aus warmer, feuchter Luft.

Unser Hotel ist mitten in der City von Saigon, aber erträglich, was die Lautstärke betrifft. Nach einer kleinen Tour durch die Stadt setzen wir uns in ein Restaurant, das vornehmlich von Einheimischen besucht wird. Das einem Miniholzkohlengrill servierte Abendessen ist etwas undefinierbar und scharf, schmeckt aber ganz gut.

... link (0 Kommentare)   ... comment